Hase in Bernstein

Einer der drei Gaeste vom 31. Mai ist Kuenstler. Er beschaeftigt sich auf der einen Linie mit toten Tieren, solchen, die ueberfahren wurden; auch solchen, die er irgendwo tot auffindet. Er bereitet ihnen eine wuerdiges Grab. Sie bleiben sichtbar, erhalten ihre Gestalt, wenn oft meist nur eine sehr oberflächliche, nur von vorne realistisch aussehend. Von der Seite sind sie oft sehr duenn, koerperlos, beinahe ein Blatt.
Der Prozess des Verfalls erscheint aufgehalten. Wer das betrachtet, denkt nicht nur an den Tod, sondern auch unwillkuerlich an Erneuerung und Metamorphose. Man denkt wohl sofort an Duerers Hasen von 1507. Und in dessen Folge an die holländische Maler von sog. Tierstuecken, zum Beispiel von Frans Snyders.
Von dem eingegossenen Hasen war ich sehr beruehrt. Ich mag Hasen, weil es Hasen im Haus meiner Eltern waehrend meiner Kindheit gab. Einige waren meine Spielgefaehrten. Es war mein Ehrgeiz, einen Hasen in mich zu gewoehnen, ihm die Scheu zu nehmen. Ich fand die Nuestern aufregend, das Fell, die Art, wie er frisst. Ich liess ihn auch oefter aus und musste ihn im Garten nachrennen oder gar suchen. Einmal verschwand einer und Mutter reagierte darauf keineswegs gelassen.
Ab und zu habe ich auch Hasentraeume, solche, in denen Hasen in den verschiedensten Rollen auftreten.
twoblogs - 30. Jun, 10:25
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