Diese Rede ist schon gehalten worden

Schwung
Derzeit ist nicht viel von Schwung zu bemerken. Seit fast einer Woche fuehle ich mich krank, schlaff, fiebrig, essensunlustig und arbeitsunfaehig. Unabhaengig davon muss ich weiterarbeiten, ich als Ich–AG, Aufspaltung in eine Unzahl von Mitarbeiterinnen, die aus derselben rue de gac kommen. Die genauso wie freischaffend sind wie ich, genauso freie Mitarbeiterinnen. Unter demselben staendigen Zulieferungsdruck stehen. Wer an der Armutsgrenze taenzelt, ist natuerlich so frei, es voller Anmut zu tun und sich Trost und Zuspruch von allen Seiten zu holen.
Ça marche!
Ich lenke mich gern von meinem jetzigen Zustand ab und denke an die Normalitaet: da erfassen mich die Einfaelle laufend und irgendwo. Deshalb habe ich ja auch immer einen linierten Block oder ein Notizbuch bei mir. Manchmal mache ich mir aber auf jedes Stueck Papier, dessen ich habhaft werden kann, eine Notiz. Und – ça marche!
Moment!
Was mich jetzt gar nicht stoeren wuerde, ist oft stoerend: Wenn ich eine Idee in Gesellschaft habe, ernte ich meist einen befremdeten Blick. Oder ein erstarrtes Gesicht, wenn ich sage: Moment! Un moment! und dann etwas auf eine Serviette, eine Rechnung, einen Zeitungsausriss etc. kritzle. Ich erklaere dann meist, worum es geht und zeige auch gern meine unlesbare Handschrift. So ergibt es sich von selbst, dass ich diese Idee verfestigen kann, indem ich darueber spreche, und damit ist die Situation gerettet.
Naturmass
Und dass ich, wenn ich eine Rede halten musse, gern etwas hoeher stehe, obwohl mein Naturmass fuer einen Ueberblick ueber die Zuhoererschaft genuegen wuerde, ist mir jetzt etwas peinlich. Derzeit hat sich das Bett so an mich gewoehnt, dass ich sogar meine Lust am stummen Flachliegen wieder entdeckt habe, unter zwei Daunendecken, begleitet von zwei prallen Waermeflaschen, einer roten und einer blauen. Was mich in deren Gesellschaft beschaeftigt, koennen Sie sich leicht denken!
Glaeser
Wie Sie sehen, gelingt es mir manchmal auch, gleich zwei Glaeser auf den Tisch vor mich zu stellen und auszutrinken, was auf eine gewisse Leidenschaft im Fluessigkeitsverbrauch hinweist, aber auch darauf, dass ich in der Lage bin, nicht nur die Luft in Schwingung zu versetzen. Das machen Sie mir einmal nach!
twoblogs - 28. Jan, 12:37
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