Der lachende Hase

Warum lacht ein Hase? Diese Frage stellte ich mir erst nach dem Traum. Ich wusste, es war ein blauer Porzellanhase mit roten oder lilanen sehr grossen Ohren gewesen. Vielleicht waren sie mir nur im Gegenlicht so erschienen. Ich hatte auch noch eine Ahnung von einem dichten roten Geaeder. Eigentlich wie in einem lanzettfoermigen Blatt. Seltsamerweise am Hasen auch saegezahnartig geraendert.
Jetzt glaube ich, dass es ein Spielzeughase gewesen sein muss, aus Blech. Weil er so vor sich hin huepfte und ein blechernes Gerausch von sich gab. Wie eine Uhr, die aufgezogen wurde. Und er huepfte so, dass er bei jedem Aufprall auf dem Boden nach vorn einknickte, sich dann aber erfing und – schon war er wieder in die Luft geschnellt.
Eigentlich kam er auf mich zu, und das Geraeusch wurde immer lauter; und er wurde immer groesser. Ein blauer Riesenhase, dem die Ohren so fein geaedert waren, als waere er ein Hasenplastinat aus dem Kabinett des Dr. Hagens, um mir zu demonstrieren, dass auch Hasen so eine ins Feinste gehende Blutversorgung haben wie Menschen.
Es war ein sprechender Hase. Er sprach vom Hass auf die Hasen. Du mit deinem Hasenhass! Du Hasenhasserin! Gerade mich musste er darauf ansprechen, mich mit meiner Hasenliebe!
Hasenhass! Meinte er vielleicht: Osterhasenhass? Porzellanhasenhass?
Die Wiederholung verschlechterte meinen Zustand. Das blockierte meine Denkfaehigkeit. Mir fielen keine Argumente ein. Haette ich sagen sollen: In Wirklichkeit bin ich eine vor Hasenliebe zerschmelzende Hasentante, die noch nie einen Hasen gegessen hat?
Gezwungenermassen hatte ich aber zusehen muessen, wie Hasen getoetet wurden - von meinem Grossvater. Wollte mein Traumhase mich an dessen Stelle für seine Taten mit dem Wort: Hasenhasserin! bestrafen?
twoblogs - 3. Jul, 11:18
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