Der Galerist als Affe

Ich bin gestern Nacht im Traum in einer der Galerien in der rue Louise Weiss, Suzanne Tarasiève, die Galeristin, ist auch da. Sie heisst Tassariève, ich sage jedenfalls so zu ihr. Oder sie selbst sagt es, sie selbst verwechselt S und R und verbessert staendig ihren Namen: TaSSaRiève! TaRRaSiève!
Neben ihr sitzt ein kleines schwarzhaeutiges Maedchen und ich versuche, an ihr rechtzeitig vor der Eroeffnung eine Frisur hinzukriegen, am besten eine solche wie Tina Turner, aber jede Variante misslingt. Zuerst will ich ihr die Haare hochstecken, aber sie fallen immer wieder hinunter. Ich merke, wie mir die Galeriebesucher zusehen. Sehr aufmerksam, sie schauen mir auf die Haende, ich fuehle ihre erwartungsvollen Blicke, ich komme immer mehr unter Zeitdruck.
Ich will es mir leicht machen und zugleich etwas Aussergewoehnliches. Ihre Haare sind lang genug. Daher versuche ich mehrmals, sie ihr um Hals zu rollen, was ich auch als sehr erotisch empfinde, aber sie lassen sich so nicht fixieren, sie sind widerborstig und glatt, und ich finde nirgendwo Spangen. So fallen sie immer wieder auseinander. Aber die Zuschauer stoert das nicht, sie veraendern ihre Miene nicht, sie gaffen.
Ploetzlich bin ich in einer Gruppe von Menschen in einer anderen Galerie. Ein Mann, der Chef, Boss, der Galerist (es ist nicht klar, welche Funktion er wirklich hat), sitzt da, und abwechselnd troestet er Kinder. Auch mich, ich darf sogar auf seinem Schoss sitzen, meinen Kopf dorthin legen, und das ist sehr troestlich. Aber gleichzeitig denke ich: Wie sehen das die anderen? Koennte das nicht so interpretiert werden, dass ich da etwas ganz anderes tue? Aber dann ueberlasse ich mich wieder diesem meinen ganzen Koerper durchstroemenden Wohlgefuehl.
Es ueberrascht mich nicht, dass er eigentlich gar nicht wie ein Mann ausschaut, als ich zu ihm aufblicke, sondern ein Affengesicht hat, das manchmal die Zaehne fletscht. Und dass er Frauenkleidung traegt, eigentuemliche Puffaermeln, einen sehr originellen BH und einen Halsschmuck, dessen Kroenung etwas sehr Kopfartiges ist.
Ich wache mit dem Impuls auf, ich muesste jetzt sofort aufstehen und zur rue Louise Weiss fahren, um mich zu ueberzeugen, dass es diesen Affenmann in einer der Galerien dort wirklich gibt!
twoblogs - 16. Okt, 11:11
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