Chloe hat mich am 12. Oktober 2008 vorm Pompidou fotografiert

Kann mir jemand sagen, was Chloe da fuer eine Riesenkamera am Rand des Pompidou aufgebaut hat? Was Sie nicht sehen, ist, dass ausserhalb des Bildrands rechts eine Telefonzelle stand. Chloe wartete darauf, bis sich jemand naeherte und diese betrat. Dann fingerte diese Person auf dem Apparat herum, hob den Hoerer ab, waehlte eine Nummer, wurde nervoes usw.
Sie koennen sich denken, warum ich das als ersten Beitrag im Jahre 2009 schreibe? Ich sah dieses Foto in einem der Alben und war sofort voller Sehnsucht nach diesem Tag, dieser schoenen Stunde, wo ich nichts anderes tat, als zwischen voellig unbekannten Menschen herumzustreifen.
Dabei empfand ich ein herzerwaermendes Gefuehl von Freiheit, mit jedem Schritt, eine sozusagen elektrische Praesenz. Ich nehme an, es ist Ihnen auch oefter passiert, dass Sie sich in gewissen Situationen voellig ident gefuehlt haben, keinen Gedanken an das Wie und Warum verschwendeten, sondern nur in sich ein strahlendes Laecheln verspuerten. Sie blickten in die Augen der anderen und sahen dort Ihren Reflex.
Es hatte weit ueber 20 Grad, wolkenloser Nachmittag, etwa 14 Uhr. Auf dem Pompidou hatte sich die Mittagswaerme gespeichert, beinahe sommerlich. Da entdeckte ich Chloe und beobachtete sie eine Weile, zuerst aus der Ferne, bis ich bemerkte, dass sie nichts dagegen hatte, dass ich naher herankam.
Dieser fragende, forschende, etwas skeptische Blick aus ihrem leicht vorgebeugten Kopf erscheint mir noch immer hoechst attraktiv und einladend. Jetzt moechte ich vor ihr stehen mit nackten Oberarmen wie damals und sie fragen: Voulez-vous faire de la photo de moi?
twoblogs - 3. Jan, 11:10
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