Brian, Roma (2)

Brian hat noch etwas anderes auf Lager: er will begruenden, warum afrikanische und europaeische Denkweise unvereinbar sind, obwohl das fuer mich gar nicht in Frage steht. Und er beginnt zwischendurch ein kleines Referat, vor allem ueber die Rolle des Kindes, womit er mir sichtlich beweisen will, dass er bis an sein Lebensende, egal, wo er sich aufhaelt, seinen afrikanischen Wurzeln treu bleiben wird. Der Tradition zufolge sichere ein Kind die Lineage der Grossfamilie und diene als zukuenftige Arbeitskraft dem Ueberleben des Clans. Im Kind wolle ein Ahn zurueckkehren, es stelle also die Verbindung zur Vergangenheit und damit zum Jenseits dar.
Das Ansehen der Frau wachse durch die Schwangerschaft. Damit werde sie endgueltig in die Familie aufgenommen, denn nun bestimme auch ihr Blut, dh ihr Erbgut die Lineage. Auch der Vater steige in eine bedeutendere Altersklasse auf. Im Dorf, so er sich noch dort aufhalte, werde er Vater aller Kinder, nachdem die Schwangerschaft von allen Dorfbewohnern, vor allem aber durch die Dorfaeltesten ueberwacht worden war etc.
Und dann zur Verhuetung: Die Afrikanerin werde erst wieder schwanger, wenn das letzte Kind auf eigenen Beinen stehen und laufen koenne. Waehrend der ersten zwei Jahre bleibe die Frau enthaltsam; in der polygamen Ehe wende sich der Mann dann seinen anderen Frauen zu. Zusaetzliche "Sicherheit" verschaffen die temporaere Unfruchtbarkeit durch das Stillen und magische Mittel wie Fetische oder Guertel.
Auf eine Diskussion darueber wollte ich mich nicht einlassen. Wohl aber gab ich ihm eine Antwort auf seine Frage, ob die Psychoanalyse in Wien tot und ob denn Hitler in der Koepfen der Menschen noch lebendig sei.
twoblogs - 17. Apr, 12:49
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