Bin ich denn auf den Hund gekommen?

Ja, der kann mich noch so treuherzig anschauen und auch schoenstes Franzoesisch beherrschen – was soll ich mit dem? Hat ihn der Blitz gestreift? Ist er ein unbarmherziger Streuner, der sich ueberall gleich anhaengt, an jeden Kittel, wie meine Mutter sagen wuerde?
Sie hat mich gewarnt: Die mit diesen treuherzigen Augen, die dich so waessrig–tiefsinnig anschauen, da schau gleich weg! Da hebst du dein Puppennaserl, da gehst du vorbei, ja! Sie musste es ja wissen – schaut mich denn da nicht mein junger Vati an? Vati – sie sagte auch manchmal: Mein Gatte, damals wie er noch aufjaulte, wenn er so genannt wurde: mein Gatte! Ja, und sie, die Gattin, damals, in den besseren Jahren.
Wenn er sich so duckt, dann will er doch etwas von, nur von dir, und zwar gleich, oder? Was hat er nur im Schilde – vielleicht koennen Sie diese Frage beantworten, besonders das Maennliche in Ihnen? Bitte aktivieren Sie dieses und senken Sie nicht den Kopf bzw. das Haupt! Ich frage Sie also: Was denken Sie gerade? Oder wollen Sie sich lieber gleich ueber Ihre Gefuehle auslassen? Bitte!
Und jetzt ein Gestaendnis: Ich habe ja auch noch eine genauso treuherzige, ja geradezu ruehrselige Seite. Gleich fang ich an zu heulen. Sie – meine Mutter – heulte ja auch gleich los, wenn ihr einer von dieser Seite kam. Nicht ihre Schuld, die der Spiegelneuronen!Haetten wir diese nicht, wir Frauen naemlich, wie koennten wir dann bei so einem verlogenen Blick nur irgendeine Form von Mitleid empfinden? Das frage ich jetzt nicht nur mich, sondern auch Sie!
twoblogs - 3. Dez, 10:20
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