„Ich will Neues“ (4)

Ich moechte noch einmal auf das Problem zurueckkommen, das durch die vielen Fenster bzw. Tabs entsteht, die hier vor allem aus Recherchegruenden geoeffnet werden. Diese Versuchung zu Klicks, die so leicht den Fokus auf etwas anderes lenken. Ist Ihnen das nicht auch als Oszillieren zwischen Last und Lust bewusst?
Hier eine kleine Auswahl von Seiten, die ich seit gestern zwischendurch geoeffnet habe:
ultraorange
wortschatz
glanz&elend
watchblog
philo
audiotranskription
makemeheal
kunstforum
parisbalades
nachtkritik
chingchang
beautiful agony
doris knecht
registered data providers
literaturkritik
meedia
telepolis
germazope
Ausgespart habe ich bloglines. Von dort kann ich zu mehr als 200 Blogs gefuehrt werden,in denen staendig weitergeschrieben wird, daher Neugier erzeugen und zu einer Reaktion auffordern.
Anscheinend gibt es einen Trieb zur Unterbrechung. Wenn ein neuer Impuls entsteht, kommt ein neuer Adrenalinschub, als Belohnung. Daher ist es verlockend, permanent auf das Neue zu reagieren, was natuerlich die Faehigkeit minimiert, ein konkretes zeitlich begrenztes Ziel zu erreichen.
Zerstreuung ist also angesagt, Zerstueckelung, Fragmentierung, Eskapismus. Im Hintergrund regiert das Zweite, Dritte, Fuenfte, Hundertste. Mein Rezept, das nur im Wunschdenken immer funktioniert: Der PC wird nur eingeschaltet, wenn das Handschriftliche erledigt ist. Und: geklickt wird erst nach Mitternacht!
twoblogs - 23. Jun, 12:55
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books and more - 23. Jun, 14:22
Da beschreiben Sie eine Gefahr, in der Tat! Ich begegne ihr, indem ich jetzt maximal 3 Editor-Zeilen Kommentar schreibe!
Chingchangchong, Ihr Bux!
Chingchangchong, Ihr Bux!
tinius - 23. Jun, 16:49
Wie bei "Tristram Shandy" kann die Abschweifung das Eigentliche sein... LG tinius
walhalladada - 23. Jun, 20:46
Herrliche Antwort, lieber Tinius!!!
Der 'Tristram' gehört tatsächlich zu meinen beinahe jährlichen Lektüreerfahrungen (in der Übersetzung von Michael Walter) Können Sie sich vorstellen, ( Sie können's) wie ich mich unlängst gefreut habe, ihn einbändig in der Übersetzung von Rudolf Kassner aus einer Kiste zu bergen...?
Der 'Tristram' gehört tatsächlich zu meinen beinahe jährlichen Lektüreerfahrungen (in der Übersetzung von Michael Walter) Können Sie sich vorstellen, ( Sie können's) wie ich mich unlängst gefreut habe, ihn einbändig in der Übersetzung von Rudolf Kassner aus einer Kiste zu bergen...?
books and more - 23. Jun, 20:55
Ich gestehe freimütig, dies Werk noch nicht gelesen zu haben, doch Sie machen mir, meine Herren, Lust auf eine Abschweifung zu demselben! Zumal der Titelkupfer das weise Motto zeigt, demzufolge es nicht die Dinge sind, die uns schütteln, sondern unsere Meinungen über dieselben. Was es allerdings auch nicht besser macht, sind doch die Meinungen (in einem weiteren Sinne verstanden) die Brille, die wir nicht abzusetzen vermögen! Doch ich schweife ab! Vom Thema wie auch von meiner Schreibtischarbeit!
walhalladada - 23. Jun, 20:51
Auf Ihren wichtigen Beitrag, liebe Audrii, ist kaum etwas zu entgegnen. Dem Blog ist als Merkmal die 'Zerstreuung' geradezu eingeschrieben.
Was machen wir mit dieser Not-Wendigkeit?
Wir bleiben geschmeidig & vermeiden - wo es eben geht - den 'Phrasenmäher', genau dort, wo es eben geht!
Herzlich! Ihr Schein.
Was machen wir mit dieser Not-Wendigkeit?
Wir bleiben geschmeidig & vermeiden - wo es eben geht - den 'Phrasenmäher', genau dort, wo es eben geht!
Herzlich! Ihr Schein.
twoblogs - 24. Jun, 11:20
Danke, Dr, Ihr Lob ehrt mich. Die Blogosphaer ist ein Trainingslager fuer Wendig– und Geschmeidigkeit, mit seltsam kometenhaften Trainingspartnern. Kaum ins Auge gefasst, haben sie sich schon wieder zerstreut. Eine arbeitslose Bekannte ohne Studienabschluss sagte vor kurzem, als ich sie fragte, welchen Job sie sich vorstelle: Ich liebe Sisyphus–Arbeiten*)! Passt doch!
Ja, was Blogistinnen und Blogisten da fabrizieren, ist ein Gewebe von Abschweifungen, die, aus der Distanz betrachtet, im besten Fall ein ziemlich stimmiges Splitter–Werk ergeben. Was meint dazu unser aller Tristram im 291. Kapitel?
„Wenn man vom Schlusse des letzten Kapitels aus zurueckschaut und das Gewebe dessen, was geschrieben wurde, ueberblickt, so wird man finden, dass auf dieser und den vier folgenden Seiten nothwendig eine gute Portion heterogenen Stoffes eingeschaltet werden musste, um jenes richtige Gleichgewicht zwischen Weisheit und Narrheit herzustellen, ohne welches ein Buch nicht ein Jahr lang bestehen würde. Auch kann dies nicht durch eine schleichende Abschweifung erzielt werden (die, wenn nicht der Name eines Mannes zu beruecksichtigen waere, ebensogut auf der Landstraße vor sich gehen koennte) – Nein, wenn eine Abschweifung her soll, so muss es eine gute frische sein und ueber einen frischen Gegenstand, wo weder Pferd noch Reiter anders als durch einen Rueckprall beschaedigt werden kann.“
PS: Leider war die von Bux zitierte Waltersche Uebersetzung im dicht bestueckten Regal nicht gleich auffindbar. Also habe ich die von Seubert benuetzt.
*) Wohl etwas anders gemeint als hier!
Ja, was Blogistinnen und Blogisten da fabrizieren, ist ein Gewebe von Abschweifungen, die, aus der Distanz betrachtet, im besten Fall ein ziemlich stimmiges Splitter–Werk ergeben. Was meint dazu unser aller Tristram im 291. Kapitel?
„Wenn man vom Schlusse des letzten Kapitels aus zurueckschaut und das Gewebe dessen, was geschrieben wurde, ueberblickt, so wird man finden, dass auf dieser und den vier folgenden Seiten nothwendig eine gute Portion heterogenen Stoffes eingeschaltet werden musste, um jenes richtige Gleichgewicht zwischen Weisheit und Narrheit herzustellen, ohne welches ein Buch nicht ein Jahr lang bestehen würde. Auch kann dies nicht durch eine schleichende Abschweifung erzielt werden (die, wenn nicht der Name eines Mannes zu beruecksichtigen waere, ebensogut auf der Landstraße vor sich gehen koennte) – Nein, wenn eine Abschweifung her soll, so muss es eine gute frische sein und ueber einen frischen Gegenstand, wo weder Pferd noch Reiter anders als durch einen Rueckprall beschaedigt werden kann.“
PS: Leider war die von Bux zitierte Waltersche Uebersetzung im dicht bestueckten Regal nicht gleich auffindbar. Also habe ich die von Seubert benuetzt.
*) Wohl etwas anders gemeint als hier!
Sammelmappe (Gast) - 24. Jun, 20:39
Geklickt wird erst nach Mitternacht ist ein guter Vorsatz. Ich liege um Mitternacht schon lange im Bett - und vorher habe ich es leider nicht so mit der Selbstdisziplin. Die Zeit, sie ist so kostbar. Mit jedem Tag, der vergeht, gewinnt sie an Kostbarkeit.




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