Erectus

Ich wuerde luegen, wenn ich schreibe: Das ist ein Traumgesicht. Es haette eines sein koennen, bei meinem miesen Zustand. Um mich abzulenken, habe ich mir Fotos angeschaut. Dass ich gerade bei diesem haengen geblieben bin, verdanke ich wohl nur meiner Schwaeche! Es stammt von der Ausstellung „ D’UNE RÉVOLUTION À L’AUTRE“ im Palais de Tokyo in Paris, aufgenommen Anfang Dezember 2008.
Was diesen Schaedel in der Mitte teilt, ist uebrigens mein Schatten. Sagen wir so: der haette es werden sollen, aber das Licht spielte nicht mit. Ich wollte den Schrecken, den mir dieses Bild zuerst eingejagt hat, sozusagen in zwei Haelften teilen und damit neutralisieren. Nicht nur: geteiltes Lied, das heisst: Leid ist halbes Leid; sondern auch: ich vertraue der Bannkraft meiner Erscheinung, damit auch meines Schattens.
Leider ist der doch ziemlich misslungen, wie Sie sehen koennen. Das, was der Kopf sein sollte, endet in einem undefinierbaren Zipfel. Der Hals ist noch laenger als der eines Schwans. Ich habe einen ganz normalen: er sitzt nicht auf den Schultern, dehnt sich aber auch nicht ueber ein Mittelmass hinaus. Der Schatten-Oberkoerper ist birnenfoermig geworden; der Unterleib ebenfalls, nur andersrum. Aus welchem Grund die Extremitaeten verloren gegangen sind? Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren.
Mit meinen oberen – also Armen und Haenden – bin ich uebrigens in der Realitaet recht zufrieden, mit den unteren nicht ganz: die Oberschenkel koennten etwas schmaeler sein und auch muskuloeser. Geht es Ihnen auch so?
Die Unterschenkel hingegen, d. h. die Waden sind kraeftig, die Fesseln zart genug, die Fuesse keineswegs verunstaltet. Auch die Zehen finde ich ok: durch mein sehr massvolles Stoeckelschuhtragen habe ich sie nicht irgendwelchen Schoenheitsidealen zuliebe jahrelang zerquetscht.
Um es auf den Punkt zu bringen: diese Pithecanthropus–Augen koennten mich ueberallhin verfolgen, phantasiere ich, besonders jetzt. Warum?
Am Mittwoch bekam ich Fieber, und es stieg auf ueber 39. Zwei Tage im Bett. Und ich schleppe mich noch nur herum. Selbst der Weibsteufel konnte mich nicht fesseln, obwohl ich mich unter anderen Umstaenden gut mit der Rolle der Birgit Minichmayr haette identifizieren koennen.
Ich fuehle mich aber noch immer ziemlich zittrig, energielos, also unfaehig. Sommergrippe! Es gibt Menschen, die haben nie Fieber. Die beneide ich, weil ich so schnell fiebrig bin.
twoblogs - 10. Mai, 10:37
3 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
g.emiks - 12. Mai, 12:35
sommergrippe?
glückwunsch, wieder
mal schwein g.habt
mal schwein g.habt
twoblogs - 13. Mai, 13:40
Was das Schwein–Haben betrifft, liebe gmixe, so hat mir R.,
eine Pulmologin, dazu gestern ein Mail geschickt, das mich durchaus beruhigt.
„du solltest nicht vom schwein träumen, audrey, das ist sicher schlecht. dieses ding geht sicher vorbei, gib dir noch 3 tage !
was jedoch die allgemeine situation betrifft: die who hat warnstufe 5 ausgerufen, was einer pandemiegefahr entspricht. derzeit sind bis zu 30000 mit dem A(H1N1)-virus infiziert, mit einer bestätigten letalität von ca. 0,05 %.
und solltest du wissen wollen, woher es vermutlich kommt: aus einem dorf in der nähe von veracruz.
die virulenz liegt bei 1,2. das heißt: die ansteckungsgefahr
ist höher als bei der üblichen jährlichen grippe.
derzeit ist weder die inkubationszeit noch die dauer der infektion bekannt.
positiv für europa und nordamerika ist auf jeden fall die jahreszeit, die die verbreitung einschränkt.
ich hoffe, ich habe dich ein wenig beruhigen können...“
eine Pulmologin, dazu gestern ein Mail geschickt, das mich durchaus beruhigt.
„du solltest nicht vom schwein träumen, audrey, das ist sicher schlecht. dieses ding geht sicher vorbei, gib dir noch 3 tage !
was jedoch die allgemeine situation betrifft: die who hat warnstufe 5 ausgerufen, was einer pandemiegefahr entspricht. derzeit sind bis zu 30000 mit dem A(H1N1)-virus infiziert, mit einer bestätigten letalität von ca. 0,05 %.
und solltest du wissen wollen, woher es vermutlich kommt: aus einem dorf in der nähe von veracruz.
die virulenz liegt bei 1,2. das heißt: die ansteckungsgefahr
ist höher als bei der üblichen jährlichen grippe.
derzeit ist weder die inkubationszeit noch die dauer der infektion bekannt.
positiv für europa und nordamerika ist auf jeden fall die jahreszeit, die die verbreitung einschränkt.
ich hoffe, ich habe dich ein wenig beruhigen können...“




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