Die gute und die boese Hand

Zumindest zu einem Koerperabguss waere ich in der Lage gewesen, mit gleichmaessigen natuerlich erscheinenden Haenden, haette mir das zum Beispiel Alfons gesponsert. Die meiner Puppie sehen so aus: links die boese, recht die gute Hand.
Warum nicht umgekehrt? Weil die gute Hand schreibt, waehrend die boese zuschlaegt. Die klatscht dir eine, wuerde es in Deutschland heissen. Dazu, entschuldigend (wenn eine Erklaerung gefordert wird): Die ist die boese, sie kann nicht dafuer. Wuerden Sie das akzeptieren?
Mein Vater ist Linkshaender; er hat auch viel geschrieben. Also sind bei ihm die moralischen Handverhaeltnisse genau umgekehrt. Ihm ist nie die Hand ausgekommen, wie das die Mutter immer betont hat.
Hiesse das - die rechte, die plumpe, wuerde nie zaertlich sein koennen; dagegen die linke, die zarte, feingliedrige, wuerde nur Streicheleinheiten und Liebe verteilen?
Alfons hatte Haende, die ihm noch plumper erschienen als die Rechte der Puppie. Aber er haette gern solche gehabt, natuerlich etwas mehr maennlichem Touch. Er sprach immer von den langen Fingern eines Kollegen - pointierte Maennerfinger, besser als seine Stummel.
Was faellt mir jetzt noch zu ihm ein? Dass er so oft davon geschwaermt hat, wie es waere, wenn ich von mir einen Koerperabguss machen lassen wuerde. Er hat mich gedraengt, keineswegs uneigennuetzig: denn dann haette er Anspruch auf mein Double gehabt, es ueberallhin mitnehmen koennen.
Er haette es zum Beispiel in seinem Buero im Institut fuer Kunstwissenschaften, Kunstpaedagogik und Kunstvermittlung aufstellen koennen, mich also indirekt damit vor Kolleginnen und Kollegen und Studierenden ausstellen. Er haette diesen meinem Ersatzkoerper – jedenfalls in seinen Gedanken und auch mittels bestimmter Handlungen – sogar besitzen koennen, wenn sich Besitz darin manifestiert, dass Standort, Transport, Verfuegbarkeit etc. nur vom Willen des Besitzers abhaengen.
Er haette mich nicht fragen muessen, was er mit meinem Abguss-Double anfaengt. Er haette es ganz nach seinem Geschmack ankleiden koennen, einfaerben mit typischen Alfons-Farben, mit mir vielleicht unwillkommenen Attributen versehen etc.
Er haette es aber auch zum Mittelpunkt eines Hausalters machen koennen, eines gar nicht heimlichen Audri-Goettinnendienstes und mich mit seinen beiden Haenden ueberall beruehren koennen - alles ohne mein Wissen und vielleicht sogar ohne meine Zustimmung.
Dazu: http://twoblogs.twoday.net/stories/4820844/
twoblogs - 9. Apr, 10:21
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