Mittwoch, 27. Februar 2008

Das V, das überall siegt!

W-2008-02-15-meine-5-finger-blau

Ja, The Birds, die Vögel, das Vogel-V. Sie können sich hinter jedem Buchstaben verstecken, allerdings nicht hinter denen, die Sie mit der eigenen Hand formen. Nicht alle eignen sich dazu, sie auf so einfache Weise mit den Fingern darzustellen.

Schön ist diese Entschlossenheit, die sich in den beiden Hauptfingern (gibt es solche?) ausdrückt. Ab und zu sollte ich die zeigen, und zwar mir, wie ich es auf diesem Foto ja tu. Entschlossenheit - wozu?

Ich wollte wieder einmal aufbrechen, trotz des angenehmen sonnigen Wetters. Auch wenn es so bleibt, gibt es das Bedürfnis, die früheren Kontakte wieder aufzunehmen. Derzeit ist es so, dass mich plötzlich eine Panikattacke überfallen hat, nachdem ich mich entschieden hatte, nach Bregenz zu fahren, früher als vorgehabt, weil sich die Termine verschoben haben. Ausserdem wollte ich mir die Ausstellung von Mauricio Cattalan im Kunsthaus ansehen.

Aber ich lag am Bett, Herzrasen, Angst stieg auf, ich allein im Haus. Es ging um Edith, also Dr. G.: als sie bei der Tür stand, sagte ich: Ich hab Sorge um dich, komm gut heim! Sie winkte, und kaum war sie weg, spürte ich starken Kopfschmerz aufsteigen. Ich lag und konnte nicht denken, weil das Herz so hüpfte.

Jetzt ist es vorbei, sie kam unbeschadet zurück. Wir haben den ganzen Abend und in der Früh darüber geredet.

Nach Bregenz wollte der „ungarische Mann“ extra von München herunterkommen. Und T. S., die angekündigt hatte, von mir Aktfotos mit Spiegel anzufertigen. Ich wäre zwar nur eine Person in ihrem schon eine Weile dauerndem Projekt gewesen; aber ich war neugierig, wie sie das inszeniert, mit welchem Ergebnissen; und welche Gefühle ich dabei habe...

Ja, und die „Vögel“, nicht eindeutig die aus dem Hitchcock-Film - sie sind in meinem Träumen in letzter Zeit immer wieder vorgekommen. Möwen, Krähen, Raben, Falken - ich weiss es nicht. Es ist eher ein Vogelbedrohungsgefühl, das auch von Tauben ausgehen kann; dass etwas Vogelartiges anwesend ist, in Mengen, mit einem scharfen Kotgeruch; Geruch nach Gefieder; Geruch nach Kadavern, von denen Stücke in aufgerissenen Schnäbeln weiter verwesen.

Da tut ein V gut. Victory at eVery morning!

(Doch bedenken Sie: das V ist ein umgekehrtes A ohne Querstrich:
http://twoblogs.twoday.net/stories/4685525/#4707374)

Trackback URL:
http://twoblogs.twoday.net/stories/4713754/modTrackback

creature - 27. Feb, 20:11

kürzlich hatte ich einen traum wo ich ein vogel war, ich suchte futter am boden und war sehr glücklich welches zu finden, spürte aber bald die energien sich nahender menschen und breitete meine schwingen und erhob mich auf die nächste baumspitze.
das war ein herrliches gefühl, an einen platz zu kommen wo die aussicht bestens ist und mir niemand was anhaben kann.
seitdem habe ich eine starke energetische beziehung zu allem was fliegen kann.. ;)

twoblogs - 28. Feb, 09:34

Schön, dass Sie mich erinnern, welch positive Bilder Vögel vermitteln können!
Ich würde zwischen dem „Vogelbedrohungsgefühl“ dieser Träume und den angenehmen Empfindungen, die mir Vögel in der Realitälität vermitteln, deutlich unterscheiden.
Aus der Kindheit kenne ich vor allem Hühner, Gänse und Enten. Mit Hühnern habe ich am Hof meiner Grosseltern "experimentiert". Ich konnte ein Huhn jederzeit hypnotisieren, sodass es in jeder Stellung unbeweglich liegenblieb.Die Küken wuchsen unter einer Wärmelampe auf. Ich hatte sie oft zwischen den Händen; und das waren ein schutzlose zittrige flaumige Körperchen.
Schwalben waren übrigens meine Lieblingsvögel, weil mir ihr schneller Flug imponierte und ihr Zwitschern.
Tauben in der Stadt stören mich überhaupt nicht. Ich verstehe nicht, warum es so viele Menschen mit Taubenkillermentalität gibt.
dietaube (anonym) - 27. Feb, 20:58

ich habe angst vor vögeln jeglicher art!am schlimmsten sind tauben und hühner. wenn tote vögel irgendwo herumliegen ist das genauso! wenn das nur in den träumen passiert wie bei dir, ist das nicht so schlimm, denke ich.bei mir ist das so: wenn ich einen vogel sehe, überfällt michtotale panik. wie versteinert bleibe ich stehen und hoffe, daß dieser vogel möglichst bald verschwindet.meist kommen mir die tränen, weil das ganz schreckliche gefühle in mir auslöst.am besten ist es wenn freunde die vögel verscheuchen.es gibt auch menschen (familie, freunde, bekannte) die keinerlei verständnis dafür aufbringen.ich kenne auch eine person die gleich schreiend wegrennt.es hilft nicht, wenn jemand sagt: du brauchst doch nur warten der fliegt eh weg! oder wenn jemand den therapeuten spielen will und versucht, mich bewusst mit vögeln in kontakt zu bringen.das macht die sache nur noch schlimmer.für mich sind vögel sehr unberechenbare lebewesen die mir angst machen, wenn sie in der nähe auftauchen.oder schon, wenn ich darüber schreibe!

. (anonym) - 27. Feb, 21:01

auch tauben kann mit einem hörgerät geholfen werden.
twoblogs - 29. Feb, 10:02

Ich hab mir The Birds noch einmal angesehen: dabei geht es um Angriffe von Möwen (hatte ich ja vermutet), die zuerst über Einzelpersonen, dann in grossen Scharen über alle Passanten auf der Strasse herfallen. Es gibt sogar ein Todesopfer. Am Ende dringen die Vögel durch alle Öffnungen eines Hauses, um die Menschen darin anzugreifen.

Im Film wird nicht erklärt warum sie das tun – weder als Rache der Natur, als apokalyptisches Symbol oder Vorausschau auf den Kalten Krieg. Sie attackieren vor allem dann, wenn die Beziehungen zwischen den Menschen gefährdet sind.

In einem Gespräch mit Francois Truffaut erklärt Hitchcock: „Während der Dreharbeiten in Bodega Bay habe ich in der Zeitung aus San Francisco gelesen über Raben, die Lämmer angegriffen hatten, das hatte sich ganz in der Nähe unseres Drehortes ereignet. Ich habe mit einem Bauern gesprochen, der mit erzählt hat, wie die Raben auf die Lämmer heruntergestossen sind und wie sie über ihre Augen hergefallen sind. Das hat mich dann inspiriert zu dem Mord an dem Farmer mit den ausgehackten Augen."

schneck06 - 29. Feb, 10:44

wieso heisst es eigentlich: "vögeln"?

twoblogs - 29. Feb, 11:20

Nicht unerwartet, Ihre Anfrage, Hr. Schneck!
PS: Was wollen Sie denn hören?
schneck06 (anonym) - 29. Feb, 11:46

weshalb 'nicht unerwartet'? empört!
PS: ich weiss es wirklich nicht...
twoblogs - 29. Feb, 12:33

Sie müssten im Kluge (Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache) nachschaun. Hab ich hier leider nicht gefunden. Auch im Grimmschen, das ist online. Und hier gibts eine komplexe Annäherung an das Wort:
http://www.onomantie.de/forum/messages/176.html

Anousch O. - 29. Feb, 12:54

Liebe Audrii,

so sind Sie eine Traumvogelphobikerin.
Das V ist schon deshalb eine liebenswerte Letter, weil es die weibliche Scham nachzeichnet...Das führt auf halbem Wege auch zur Schneckschen Frage zurück.


V Vorever!
schneck06 - 1. Mrz, 09:42

vielen dank...!

dieses zeichen allerdings, wenn es jemand macht, ich mag es zuletzt nicht. es ist zwar schön, jemand gewonnen haben zu sehen, aber es hat auch etwas unüberlegtes. ich habe viele zweifelhafte siege beobachtet und auch selbst erlebt. es ruft etwas flaues hervor, mitunter.
twoblogs - 2. Mrz, 10:54

Nachtrag: Zur Bedeutung des V-Zeichens in Japan: http://www.embjapan.de/forum/wieso-immer-dieses-zeichen-t2378-s10.html
Hier wird die Generation V erläutert: http://www.bootsektorblog.de/2008/02/die-generation.html#more

Und von Edith der Hinweis auf die Vagina Monologe von Eve Ensler: ""Vagina. Jetzt habe ich es ausgesprochen. Vagina. Und nochmal... Was wir nicht aussprechen, wird ein Geheimnis, und Geheimnisse erzeugen oft Scham, Furcht und Legenden. Ich spreche es aus, weil ich mich eines Tages nicht mehr beschämt und schuldig, sondern gut fühlen will, wenn ich es ausspreche. ... Meine Vagina war etwas, das da unten war, weit weg. ... Sie war ein belasteter, mit Angst besetzter Ort. ... Später, nachdem du das Wort zum hundertsten oder tausendsten Mal ausgesprochen hast, wird dir klar, daß es DEIN Wort ist, DEIN Körper, DEIN wichtigster Ort."
Weiteres: http://v10.vday.org/

BUCH BLOG - 2. Mrz, 12:21

Plötzliche Panickattacken? Die sind mir nicht unbekannt. Nicht der Normalfall, aber doch recht häufig. Es ist gravierend. Ich mache eine Therapie deshalb. Dabei ist mir bewusst geworden, was das auslöst. Es gibt eine Vorgeschichte, mit anderen Auslösern. Aber jetzt bin ich in ständiger Sorge um meinen Mann. Das ist kein Wahn, der mich packt, sondern im Umgang mit seinem Körper begründet. Zugleich habe ich eine Wut, weil ich mir das antue. Die richtet sich gegen mich, sollte sich aber gegen ihn richten. Er dominiert mich, ohne es vielleicht so zu wollen. Die Sorge um ihn hält mich von vielen Dingen ab, zum Beispiel Reisen. Soll er doch zuhause bleiben! Aber auch wenn ich mit einer Freundin unterwegs bin, muß ich meine Anrufe machen, um mich zu beruhigen. Geht’s dir gut?Wie geht’s dir? Alles ok? Womit ich mich allerdings gut ablenken kann, ist das Lesen.

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