Vergegenwärtigen Sie sich doch, welche Not manche Namen verursachen können.
Mit zunehmendem Antisemitismus war es Anfang des 20. Jahrhunderts für Juden der einfachste Weg, zu einem anderen Namen zu kommen, indem sie sich taufen ließen. In den Gesuchen zeigt sich, was Hausangestellte, Bankbeamte, Lehrer oder Ärzte dazu bewogen hat. Etwa die Angst, mit einem derartigen Namen keinen Arbeitsplatz zu bekommen oder diesen zu verlieren. Daß Eltern ihre Kinder vor den Hänseleien, dem Spott und Hohn ihrer Mitschüler bewahren wollten. Oder daß künftige Schwiegereltern ihre Tochter nicht einem Mann mit einem so bezeichnenden Namen wie Kohn oder Löwy überlassen würden.
Dazu als Beispiel der Bericht eines Beamten der Beamter der Kaiser Ferdinand-Nordbahn:: „Ich habe in meinem Leben wegen meines Namens Emil Rindskopf viel Pein und Schmerz ertragen müssen, mein Fortkommen ist deshalb vielfach gehindert worden. Jeden Tag, jede Stunde wurde ich daran erinnert, daß ich der Sclave meines Namens bin. Wo und wann immer ich meinen Namen nenne oder ein Anderer - und mit wie viel Leuten kommt man in Verkehr und muß man in Verkehr kommen - ihn zu nennen hat, zeigen sich auf den Gesichtszügen der Anderen die Kennzeichen bald des Hohnes, bald des Spottes, bald des Mitleides. Es ist ein förmliches Brandmal, mit dem jemand, der Rindskopf heißt, im Leben herumläuft. Man stelle sich nur die Situation vor, in welche ich gerate, wenn ich sagen muß, 'ich heiße Rindskopf' - oder wenn ein anderer mich mit 'Herr Rindskopf' anredet. Ich habe dieses Brandmal lange genug getragen."
Ich weiß schon, daß der Leidensdruck auch von weniger dramatischen Umständen ausgehen kann. Ich wollte auch nicht Ihre Entscheidung kritisieren, Ihnen aber, weil ich mich gerade damit beschäftige, vor Augen führen: Es gibt gewichtigere Motive, den Familienamen ändern lassen zu wollen.
Mit zunehmendem Antisemitismus war es Anfang des 20. Jahrhunderts für Juden der einfachste Weg, zu einem anderen Namen zu kommen, indem sie sich taufen ließen. In den Gesuchen zeigt sich, was Hausangestellte, Bankbeamte, Lehrer oder Ärzte dazu bewogen hat. Etwa die Angst, mit einem derartigen Namen keinen Arbeitsplatz zu bekommen oder diesen zu verlieren. Daß Eltern ihre Kinder vor den Hänseleien, dem Spott und Hohn ihrer Mitschüler bewahren wollten. Oder daß künftige Schwiegereltern ihre Tochter nicht einem Mann mit einem so bezeichnenden Namen wie Kohn oder Löwy überlassen würden.
Dazu als Beispiel der Bericht eines Beamten der Beamter der Kaiser Ferdinand-Nordbahn:: „Ich habe in meinem Leben wegen meines Namens Emil Rindskopf viel Pein und Schmerz ertragen müssen, mein Fortkommen ist deshalb vielfach gehindert worden. Jeden Tag, jede Stunde wurde ich daran erinnert, daß ich der Sclave meines Namens bin. Wo und wann immer ich meinen Namen nenne oder ein Anderer - und mit wie viel Leuten kommt man in Verkehr und muß man in Verkehr kommen - ihn zu nennen hat, zeigen sich auf den Gesichtszügen der Anderen die Kennzeichen bald des Hohnes, bald des Spottes, bald des Mitleides. Es ist ein förmliches Brandmal, mit dem jemand, der Rindskopf heißt, im Leben herumläuft. Man stelle sich nur die Situation vor, in welche ich gerate, wenn ich sagen muß, 'ich heiße Rindskopf' - oder wenn ein anderer mich mit 'Herr Rindskopf' anredet. Ich habe dieses Brandmal lange genug getragen."
Ich weiß schon, daß der Leidensdruck auch von weniger dramatischen Umständen ausgehen kann. Ich wollte auch nicht Ihre Entscheidung kritisieren, Ihnen aber, weil ich mich gerade damit beschäftige, vor Augen führen: Es gibt gewichtigere Motive, den Familienamen ändern lassen zu wollen.