Mein Kussmund, fest genadelt!

Dr. G.: Aha, mit neun Nadeln fest genadelt?
Ich: Oder doch lieber: festgenadelt?
Dr. G: Und warum nicht: Neunnadelfest – mein Kussmund?
*
Dr. G: Aber warum denn gleich neun Nadeln?
Ich: Weil genauso viele haben zwischen meine Lippen gepasst haben, ohne dass eine rausgefallen ist. Soll ichs dir vorführen?
Dr. G: Nicht nötig. Und wo war die zehnte?
Ich: Da in meiner Hand. Ja, ich gebs zu: ich hab genäht, was ich ja äusserst selten tu. Zuviel hab ich mir schon selbst nähen müssen. Zuerst die Mutter mit ihrem Näh- und Strickfimmel. Dann bei dieser dummen Nähschwester in der Klosterschule.
*
Ich: Du hast vorhin von einem Neunnadelfest geredet! Noch nie davon gehört.
Dr. G: Die Anzahl der Nadeln ist doch egal. Es kann auch ein Fest mit einer einzigen Nadel sein. Oder ist es kein Fest wert, wenn du einen Schnitt überträgst, die Teile ausschneidest und dann auch richtig zusammennähst?
*
Dr. G.: Jemand, der dich nicht persönlich kennt, wird sich fragen: Wie kann eine Frau so einen schönen Kussmund haben und ihn dann noch nadeln?
Ich: Wie du siehst, ist mein wirklicher Kussmund breiter; und meine Lippen sind schmäler. Ich habe ihn dem Quadratformat zuliebe etwas zusammengepresst.
*
Dr. G.: Und der Professor spielt heute gar keine Rolle?
Ich: Schon. Das T-Shirt, auf das ich meinen Kussmund gedruckt habe, hab ich ihm als Neujahrsgeschenk zugeschickt. Vorher mit neun Nadeln auf einem Karton festgenadelt und schön verpackt.
Dr. G.: Und wie hat er reagiert?
Ich: Pffff...! Es sind ja erst 16 Tage vergangen!
Ein einziges Foto, und so viel Hoffnung, auch Verwirrung und - Lust!
twoblogs - 17. Jan, 11:10
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