Dienstag, 9. Februar 2010

Ziemlich abgedunkelt, mit leichtem Schein



Diesen Bildchen habe ich mir gestern um 12.44 Uhr unterjubeln lassen. Eigentlich voellig unabsichtlich, denn das ist ein sogen. Zufallsbild, das ein Zufallsgenerator aus einem in Lauf des Bloglebens gesammelten Bilderschatz - hier des von mir gegenueber S. und A. liebevoll PDS Genannten - in dieser Millisekunde herausgepickt hat. (Und nun ist es etwas beschnitten und chiaroscuro.)

Und siehe: Nur einen Moment spaeter, und ich waer ganz woanders gelandet: da; und schon der naechste Kick bringt mich hierher! Aber ich greif halt gern beim ersten Mal zu.

Doch davon lass ich mich jetzt nicht mehr ablenken, denn ich schrieb gerade folgenden Satz: Wenn das Nichts nicht nichtet, macht das mir heute gar nichts aus. Erklaerung: Ich war irgendwann in der Nacht aufgewacht und hatte Nichts nicht nichtet auf den Ausdruck der FAZ-Seite zum Thema Helene Hegemann gekritzelt. Und jetzt steht dieser Satz ergaenzt da, doch im Moment weiss ich damit gar nichts anzufangen. Sie?

Wenn die Leere nicht leert, fuellt sie sich. So einfach ist das! Da erscheint eben dieser nackige, um nicht zu sagen geile Maennerhintern, und ich pick ihn mir einfach heraus und schau ihn mir ganz genau an.

Enspricht das - im Original - meinen Erwartungen von Maenner- bzw. Menschenschoenheit? No! Doch dieser deutliche „Schatten“ des Hoeschens laesst mich etwas sehr sehr Weibliches in ihm vermuten. Andererseits - dieser Haarwald?

PS: Das, was ich dem Abfotografierten derzeit goennen wuerde – und ich mir als Zuschauerin auch – waere eine Enthaarung mittels Wachs.

PPS: Und hier zum Vergleich die Konkurrenz vom 5. Februar 2009-

Freitag, 5. Februar 2010

Mein Ideal-Mann



Natuerlich taucht er immer aus der tiefen Nacht auf, um etwa 3 Uhr. Da koennte ich ihn ja vielleicht wirklich einmal brauchen.

Tagsueber wuerde ich ihn an den wirklich vorhandenen Maennern messen. Oder die wirklich vorhandenen - hallo, Alfons! - wuerden sich an ihm messen muessen.

Ich denke, auch Sie, als Mann, wuerden sich vor ihm erschrecken. Schauen Sie einmal genauer hin: was fehlt ihm, was Sie haben? Was hat er, was Sie nicht haben?

Aber das hat eigentlich nichts mit mir zu tun. Fuer mich ist der Ideal-Mann sowohl stahlhart als auch formbar. Er zeigt an seinem eigenen Koerper voll und ganz seine Widersprueche. Vor allem: er ist wandelbar und wunderbar geschlechtslos. Er zeigt keinerlei Gier und auch keine Neigung zur Gewalt.

Seine Auswuechse genuegen ihm und der Umwelt. Sie sind praktisch und auch noch erweiterbar. So kann sich jede Frau seiner bedienen, und er merkt nichts davon.

Er ist die Unschuld in Person, weil er staendig nur mit sich selbst beschaeftigt ist, naemlich mit der Vervollkommnung seiner Erscheinung.

Er tritt mir nicht nahe, ich ihm schon. Ich benuetze ihn, nicht nur porentief. So ist und bleibt er eine hologrammatische Kreatur bis zu dem Zeitpunkt, wo ich mich schlafen lege.

PS: Vielleicht ist das auch eine Gegenphantasie zum “Schwarzen Mann!

Dienstag, 2. Februar 2010

Hasi, geh komm!



Nur Hasi darf jede Nacht, meistens erst nach 3 Uhr, mit mir schlafen gehen! Das ist die goldene Regel. Wie Sie sehen, ist Hasi ein sehr schoenes und weiches Getier, auch sehr folgsam und einfuehlend. Daher kann es, wenn ich nur daran denke, sowohl die rosigen Ohren aufstellen als auch nach vorne klappen, zur Seite oder nach hinten fallen lassen.

Hier ist Hasi eindeutig schon sehr muede und will, dass ich endlich komme. Aber es schaemt sich, weil es ja eines ist, das selbstaendig denkt und empfindet und keinerlei Abhaengigkeit zugeben will. Es zeigt mir nie direkt, dass es sich einsam fuehlt, sondern bleibt brav an der Wand oder auch unter dem Polster liegen, wenn ich aufstehe.

Hasi beobachtet mich nicht. Jedenfalls bemerke ich nichts davon. Obwohl es in meiner Naehe ist, uebt es keinen Druck und keine Kontrolle aus. Es ist im Gedanken immer bei mir, aber ich muss es daraus nicht vertreiben, um mich frei zu fuehlen.

Ich sage ihm nie, wohin ich gehe. Auch nicht, wann ich zurueckkomme. Doch wenn ich da bin, spreche ich mit ihm. Ich lese ihm alles vor, was ich schreibe.

Manchmal vergesse ich, Hasi aus Dankbarkeit fuer seine so oft unsichtbare Gegenwart zu druecken und zu kuessen, obwohl es flauschigste, anschmiegsamste und in aller Stummheit sprechendste (und auch ansprechendste!) Wesen ist, das ich kenne.

Einen Vorzug muss ich noch hervorheben: es reagiert weder auf Traenen noch auf Geschrei. Was immer sich vor, neben oder in meinem Bett abspielt, es gibt keinen Kommentar ab. Es verfolgt keinen therapeutischen Zweck und ergreift fuer niemanden Partei. Es bleibt, wo es ist und veraendert sich nicht. Es ist ein Hort an Treue, Gegenwaertigkeit und intensiver Liebe.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Beine, an die Leine!



Ich habe ja vorigen Herbst ein Abo beim Kieser gekriegt, von Alfons! Passt zu ihm, der schaut ja immer nur auf Beine, Frauenbeine, Maedchenbeine, Studentinnenbeine - was sich eben so bietet. Danke!

(Mit S. ist das uebrigens kein Thema, jedenfalls kein beherrschendes. Wir vergleichen unsere Beine nicht, sie sind fuer sie und fuer mich schoen genug, egal, ob glatt oder nicht! Also - in Wirklichkeit gefallen mir ihre besser, weil laenger und oben schmaeler!)

Mir ginge es prinzipiell eher um die Oberarm- und Bauchmuskulatur. Ich habe mir auch einen passenden Trainingsanzug zuschicken lassen, in dem ich mich sogar auf die Strasse wagen wuerde. Ich koennte jeden Tag zu Fuss zum Kieser gehen.

(Ich tus nicht. Nicht bei minus 8 Grad. Auch nicht bei Null. Ich bin ja keine arme Erstsemestrige mehr, die unbedingt ihre Kaelteempfindlichkeit testen muss. ;-))

Das ist jetzt keine Klage, auch nicht ueber die Kieser-Gerueche
Das heisst, ich habe mich dort noch nie uebergeben muessen. Ok, es riecht sehr deutlich nach Menschenfleisch und -schweiss, also nach Mann. (Frauenschweiss ist natuerlich auch so eine Sache, aber der von Maennern ist keineswegs so pheromonisch attraktiv wie von manchen Frauen behauptet wird.)

Ich mag auch keine rot angelaufenen Gesichter. Allerdings habe ich den Eindruck, manche Maenner legen es darauf an, dass ich sehen muss, wie sehr sie an ihre Grenzen gehen, was aber meine deutlich ueberschreitet.

Also - Kieser ist (tut mir leid, Alfons) keine ungebrochene Liebesgeschichte, sondern oft nur eine Mentalralley. Die geht so: mental laufe ich am Tag immer, wenn ich vom PC aufstehe, einmal dort hinueber und wieder zurueck. Dann wische ich mir den Schweiss von der Stirn und greife zur Cola-Flasche. Es gibt naemlich Zeiten, wo ich colasuechtig bin, denn ich lebe von der Irrmeinung, Cola belebt Geist und Sinne.

Montag, 25. Januar 2010

Hl. Maria, wer ist denn ... ??



Im Traum vom Donnerstagmorgen haben die Dienerinnen Gottes (also meine Exlehrerinnen) ein Lied gesungen, von dem ich noch folgende Strophe in Erinnerung habe:

Brunne besigelter, garte beslozzener, dar inne flûzzit balsamum,
der wæzzit sô cinamomum. du bist der cêderboum, den dâ flûhet der wurm, Sancta Maria,

Dass ein Teil meines Studiums sich noch immer auf mein Traumleben so direkt auswirken wuerde, haette ich nicht gedacht.

Fuer Sie uebersetzt: Versiegelter Brunnen, verschlossener Garten,
in dem Balsam fliesst, der duftet wie Zimt. Du bist wie der Zederbaum, den der Wurm meidet, heilige Maria.

Nur kurze Zwischenfrage: Hat Sie jemals ein Wurm gemieden?

Also wenn schon Maria, wenn schon das Melker Marienlied, dann waer mir "Cedrus in Libanon" schon lieber gewesen. Das geht so:

"Zeder im Libanon, Rose in Jericho, du auserwaehlte Myrrhe, du duftest dort so weithin. Du stehst über allen Engeln, du suehntest Evas Fall, heilige Maria."

Das waer der Punkt: einmal gesuehnt, und zwar ordentlich, ist fuer immer gesuehnt. Das heisst: dann gaebs keine Erbsuende mehr und alle zukuenftigen Generationen koennten sich wichtigeren Problemen zuwenden!

Hei-hei-heilige Mari-i-ha-hu-ha - das klang nach. So konnte ich wirklich nicht arbeiten. Ich schaltete - auch wenn füer Sie das vielleicht brutal klingen mag - auf Morricone, death rattle zum Beispiel, womit der Traum ausge-ixt war, wirklich ausge-ixt. Und damit auch die sechs Beine beim Bett!

Donnerstag, 21. Januar 2010

Wer ist die Taeterin?



Der erste Eindruck taeuscht: es handelt sich weder um einen Unfall noch um die Suche nach der verlorenen Unschuld. Das war ein Traum, der mich heute bei der Arbeit sehr beeintraechtigt hat. Denn es tauchten eine Menge Fragen auf: Sind diese drei menschliche Wesen? Haben sie sich selbst so arrangiert, um mich hineinzulegen? Warum spielt mir mein naechtliches Bewusstsein so einen Streich und beunruhigt mich am Tag mit solch laestigen Fragen?

Waere es klug, haette es mir einen Traum geschenkt, den ich auch bei der Arbeit verwenden haette koennen. Nichts davon: ein Kriminalraetsel mit 6 Beinen und einem Bett. Ich haette schwoeren koennen, die Bettdecke war rosa und leuchtete so, als waere darunter ein Licht eingeschaltet. Und auch unter dem Bett war es keineswegs so duester, sondern grell beleuchtet.

Ich bin also prompt unter mein Bett gekrochen, weil ich dort Staub wischen wollte. Angesteckt wurde ich von einem Film - "Die Staubwischerinnen von St. Stephan", in dem Dienerinnen Gottes, von denen einige unzweifelhaft meinen Lehrerinnen aehnelten, mit roten Kuebeln und gruenen Wischtuechern auf ihren Knien Marienlieder singend dahinrutschten und den Boden bis zum Hochaltar aufwischten...

Montag, 18. Januar 2010

EntSCHULDigen Sie!



Ich hab mir voriges Jahr die UNSCHULD gekauft! Sie koennen ruhig lachen - es gab sie und gibt sie, zum Beispiel hier. Aber Sie koennen unbesorgt sein - nichts geht wirklich weg, was Sie vielleicht gern weghaben wuerden.

Das ist ja das Schoene: sich reinzuwaschen ist zwar eine oft bedraengende Idee; in der Realitaet laesst sich das durch nichts bewerkstelligen. Aber dieses Stueck bestaerkt Sie zumindest in der Hoffnung, einmal koennte Ihnen das gelingen.

Ich war immer so erschrocken, wenn ich in einer Auslage diese bunten Seifenwuerste gesehen hab - einmal in London in der Kings Rd z B! Warum? Weil ich so geruchsempfindlich bin, uebergeruchsempfindlich.

Aber die UNSCHULD-Seife riecht garantiert nicht, nach nichts. Sie sind es, die riecht bzw. der riecht. Auch wenn Sie sich nicht riechen koennen - Sie riechen. UNSCHULD-Seife riecht nicht.

Daher koennen Sie sie auch ungeniert in der Handtasche mit sich tragen - Sie werden nicht als UNSCHULD-Traegerin bzw. UNSCHULD-Traeger erkannt. Es waere ja nur eine Vorsichtsmassnahme, nur zur inneren Beruhigung: ein Griff in die Handtasche, und schon waeren Sie glaublich in Besitz der UNSCHULD.

PS: Ich habe dieses Stueck in der NN-Fabrik in Oslip/Burgenland erworben. Den Hersteller habe ich vor mehr als zehn Jahren in Frankfurt kennengelernt. Da hat er noch Fotoapparate von Tuermen und Hochhaeusern geworfen.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Ganz ehrlich (12-16)



12.Nichts gegen Sinnlichkeit, Warmherzigkeit und Phantasiebegabtheit. Alles jedoch gegen Gemuetlichkeit. Ich kenne keinen wirklich gemuetlichen Ort fuer mich ausser mein Bett und meine Sitzbank, wenn dort nichts liegt.

13.In der Regel mache ich nur Dinge, von denen ich ueberzeugt bin. Ich lasse mich tatsaechlich auch manchmal von etwas begeistern, habe aber ein schnelles Urteil. Aus Hoeflichkeit hoere ich mir an, was andere sagen. Das aendert meine Meinung keineswegs von Grund auf.

14.Ueberschwang kenne ich nicht, Ausdauer aber schon, was mir bei der Schmerzvermeidung bzw. Ablenkung von Schmerzen sehr hilft. So gehen auch die monatlichen Einschnitte ziemlich schmerzlos vorbei. Keine meiner Freundinnen ist derzeit so ueberschwaenglich, dass es mir Schmerz bereiten wuerde.

15.Antrainierte – vernuenftige – Nuechternheit ist nur ein Ausfluss von Intelligenz. Intelligent ist es weiters, mich in keine Situationen zu begeben, in denen ich die Kontrolle verlieren wuerde.

Nuechtern betrachte ich also den Vorfall, als mir jemand in der U-Bahn einen spitzen Gegenstand in den Mund stecken wollte. Ich stand bei der Tuer; ploetzlich etwas sehr grauslich Riechendes und auch Schmeckendes an meiner Oberlippe. Einige Burschen auf dem Bahnsteig lachten sich einen Ast ab.

Als die Tuer schloss, nahm ich mein Taschentuch heraus und wischte. Ich wischte bis zur naechsten Station und stieg dort aus. Dann ging ich zu Fuss nach Hause und versuchte, mir vorzustellen, dieser Kerl habe mich vergiften wollen. Oder vielleicht doch nur schockieren. Womoeglich wollte er mir nur etwas ganz anderes reinstecken. Also war dieses Staebchen, mit dem er ganz und gar nicht ins Schwarze getroffen hat, vergleichsweise doch recht akzeptabel, rational betrachtet.

16.Ich arbeite je nach Laune, versuche aber die Launen rational zu beschraenken. Wenn das nicht geht, lasse ich die Fahnen der Aengste wehen: die Fahne des Auftragsverlusts; die Fahne des Geldverlusts; die Fahne des Wohnungsverlusts etc. Meine Vernunft sagt mir, dass das testlose Denken eine sehr gefuehlvolle, zugleich auch beruhigende Sache sein kann.

PS: Das ist der 2. Teil meiner Selbstcharakteristik. Auch den verdanke ich dem graphologischen Gutachten zu meiner Handschrift bei Steppenhund! Danke, war ein wichtiger Anstoss!

Montag, 11. Januar 2010

Ganz ehrlich (1-11)



1.Ich - das Pupperl - bin, was bestimmte Dienstleistungen betrifft, sehr selbstbewusst und dabei auch bereit, meine Staerken auch anderen zu zeigen.

2.Ich bin keineswegs locker, aber im großen und ganzen recht grosszuegig, manchmal sogar voller libertinistischer Phantasien.

3.Natuerlich ist es mir wichtig, auch nach aussen etwas darzustellen, sonst wuerde mein Kleiderschrank von ungetragenen Fetzen platzen.

(Derzeit friert mich uebrigens. Deshalb trage ich ueber meinem uralten Black Lacoste Sweater noch einen ausrangierten Bugatti Pullover von Alfons; und unter den Jeans eine Strumpfhose und darueber schwarze Kniewaermer.)

4.Ich bin leider keineswegs sehr beherrscht, eher gleichmuetig, daher auch nicht jederzeit dem Zusammenbruch nahe.

5.Ich troeste mich selbst, wenn es sein muss, lasse mich aber auch gern troesten, und das schon von Dingen, die fuer andere Kleinigkeiten waeren.

6.Mein Ordnungssinn ist ruinoes, was nur heisst, dass ich theoretisch weiss, was Ordnung sein koennte, in der Realiaet meiner jetzigen Wohnumgebung nicht verwirklichen konnte, weil mir die Zeit dazu fehlt.

7.Ich gebe mich nicht nur sehr beherrscht bzw. diszipliniert, sondern bin es auch tatsaechlich. Dahinter steckt eine riesengrosse Angst vor Fehltritten, vor allem dem Finanzamt gegenueber.

8.Es waere schoen, wenn ich ein Gewohnheitsmensch sein koennte. Ich kann es nicht sein, denn meine finanziellen Noete zwingen mich dazu, quasi jedem Cent nachzujagen.

9.Natuerlich bin ich mit einer gewissen praktischen Intelligenz ausgestattet, die mir erlaubt, rationell – und auch rational - zu arbeiten. Ein Beweis dafuer ist dieser Beitrag.

10.Was waere ein verbindliches Auftreten und Arbeiten fuer mich? Jedenfalls bin ich anstaendig, aufmerksam, entgegenkommend, freundlich, hoeflich, konziliant, liebenswuerdig, wohlwollend und zuvorkommend. Mehr kann man wohl nicht von mir verlangen, oder?

11.Meine Nachdenklichkeit ist geradezu eine Sucht. Nirgendwo kann ich mich hinsetzen, ohne nicht gleich in Nachdenklichkeit zu verfallen. Mein IKEA-Rucksack gestattet mir manchmal, sogar zwei Bloecke mitzunehmen, einen beruflichen und einen privaten. Privat schreibe ich immer nur schwarz, beruflich dagegen mindestens vierfarbig ...

PS: Bezieht sich auf das graphologische Gutachten zu meiner Handschrift bei Steppenhund!

Samstag, 9. Januar 2010

Ich auf Zack



Ich kann nicht anders, ich muss mich dieser Selbstdarstellungswelle, was „Interessensorientierung“ betrifft, gleich mit einem Testbild anschliessen: R (119) I (150) A (136) S (136) E (17) C (94). Den Link verdanke ich steppenhund, wo sich ja schon einiges angesammelt hat. Den Titel „Hirnwichser“ haette ich uebrigens gern fuer Frauen uebersetzt!

Es freut mich, dass ich mich so realistisch einschaetze. Und natuerlich auch, dass ich intellektuell so auf Zack zu sein scheine. Das hat mich doch einigermassen erstaunt. Nicht so sehr jedoch, dass ein unternehmerischer Geist bei mir offehsichtlich nicht vorhanden ist, obwohl ich keineswegs eine Stubenhockerin bin, keineswegs total unsportlich, auch haeufig im Aus- und Inland unterwegs etc. Die Antwort liegt vielleicht in der Zweideutigkeit des Wortes „Unternehmen“!

Ich habe mich bewusst mit den Ergebnissen einer Mathematikerin, Chemikerin und Architektin verglichen. Die Differenzen ueberraschten mich ein wenig. Was jedoch die Zacken einer Schauspielerin, Saengerin bzw. Mediendesignerin anlangt, so gibt es mehr Uebereinstimmungen, am meisten im kuenstlerischen Bereich und im „konventionellen“, der im Test sich auf „traditionelle Tugenden“ bezieht, auf "ordnend-verwaltende Taetigkeiten". Da sind meine Staerken allerdings recht beschraenkt. Hingegen nicht bei offenen, nicht eng vorstrukturierten Vorhaben. Ein Rahmen ist immer ok, mehr nicht!

Ich habe auch noch einen anderen Test gemacht, der mir eine erstaunliche Ausgeglichenheit bescheinigt: Liebe=18, Dienstleistung=18, Info=17, Waren=16, Prestige=16, Geld=15. Damit werde ich jetzt sowohl auf A. als auch auf C. ein bisschen Druck machen koennen!

Montag, 4. Januar 2010

Wand & Pool



Meine Freundin S. hatte am Silvesterabend einiges zu bieten: Glueck, Kuchen, Scrabble, Knaller, Raketen, Wand.

Ihr Glueck: sie sei nun mit ihrer Ausbildung zur Psychotherpeutin fast am Ende angelangt und habe bereits die ersten Klienten, drei Frauen, einen Mann, die hoffentlich bleiben werden. Aber des Risikos des Abbrechens sei sie sich wohl bewusst.

Kuchen: ein einfacher Becherkuchen, mit viel Schlagobers, Schokolade und Zucker - gelungen! Sie liess mich ihn zerteilen, bekrittelte die Groesse der Stuecke, nahm eines, ein zweites, und sagte mehrmals: Entschuldige, ich kann da nicht widerstehen!

Scrabble: nur ihr zuliebe spielte ich Scrabble, die letzte Viertelstunde vor Mitternacht. Am Schluss fanden wir einige sehr schoene undeutsche Woerter: KNY, AXLHOLLÄ, SEXS.

Knaller, Raketen: Die Knallerei habe schon am spaeten Nachmittag begonnen, sagte sie. Bereits bei meiner Ankunft um 20 Uhr hatte sie beinahe Kriegscharakter angenommen.

Die Wand: S. hatte schon vorher darueber geschrieben und mir ein Foto geschickt. Sie war sich nicht sicher, ob sie das tun sollte. Die Frage war: uebermalen oder abkratzen. Sie entschied sich fuers zweite und kratzte selbst mit einem Bekannten, ihrem "Allroundhandwerker", diese 15 Quadratmeter ab.

Sie habe sich dabei eine Vision erfuellt: dass naemlich ihr Wohnzimmer (das so unspektakulaer von ihr so lange Zeit bewohnte) auch ihren Aufbruch mitmachen muesse. Ein Zeichen fuer alle, sie selbst, ihre Freundinnen, die Klienten – die neue Zeit hat schon begonnen!

Vorsichtig hatten sie die verschiedenen Schichten blossgelegt. So kamen sie bis in die 20er Jahre, also auf Malschichten, die vor 9 Dezennien aufgetragen worden waren: dunkles Braun, Dunkelrot, Dunkelgruen, auch ein intensives Ultramarin.

Die Uebermalungen seien nun abgetragen, die Gruende sichtbar geworden, jeder koenne sich daran erfreuen. Diese gefleckte Wand sei das Symbol ihrer jahrelangen, enervierenden, zugleich befreienden Grabetaetigkeit in sich!

Wir sassen die ganze Zeit mit dem Ruecken zur Wand und tranken mehrere Glaeser Rotwein. Schliesslich hielten wir es nicht mehr aus und drehten uns um, um sie im Detail zu betrachten und unserer Begeisterung Ausdruck zu verleihen: sie als frischgebackene Psychoanalytikerin, ich als Pseudoklientin. Dazu draussen der so oft blitzartig aufregend schoen beleuchtete Himmelsausschnitt.

Ich haenge noch stark an der Forderung nach Neutralitaet und Abstinenz, sagte S., waehrend sie meine Haende streichelte. Aber wenn mir eine Klientin etwas erzaehlt, was mich an eine Situation mit meiner eigenen Tochter erinnert und ich mich dann frage, warum ich daran denken musste und was das mit der Klientin zu tun hat, muesste ich ihr dann nicht das Ergebnis meiner Reflexion auch mitteilen? Waere ich ueber meine Anfangsphase schon hinaus, wuerde ich das sicher tun.

Schliesslich das Wort Pool aus ihrem Mund: ob wir uns denn nicht nach dem Anstossen, den vielen Kuessen und dem Neujahrstanz hinaus in den Pool begeben sollten, dem der Nachbarn, die sich schon vor einer Woche „ins Warme“ entfernt hatten – derzeit ohne Wasser, mit einer blauen Plane bedeckt. Sie sagte: Warm anziehen, alles andere ist nicht nur eine Sache der Imagiation!

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Vielo Soff innen Rueckblick



Was waechst, musste so wachsen - die Nase natuerlich! Und auch die Explosion, die nur eine sehr maennliche sein kann, wie mir Alfons gerade ins Ohr fluestert, seinen Zeigefinger erhebend.

Er, der zwanghalber interpretierend durch die Welt, vor allem die des schoenen Scheins, geistert, sagt: Ich greife mir sehr gern an die Nase, die von mir aus auch die des Philosophen ist, der aus allem, was ihm zufliegt, zitiert. Ich zitiere mich natuerlich auch gern selbst, wenn ich zitiere. Ja, ich bin ein Zitiermonster, aeh -meister. Weiß das nicht jeder: Zitieren, wenn man es richtig macht, ist immer ein kuenstlerischer Akt!

Und die Luege doch auch!, werfe ich ein, natuerlich schuechtern, ziehe meine Ohren in die Laenge und zeige ihm die Zunge. Und das entspricht ganz und gar seinen momentanen Lieblichkeitsphantasien. Aber eine Frau wie ich bin in den seltensten Faellen lieblich!

Darueber haette ich mit ihm noch eine Stunde streiten koennen! Was nuetzt es, wenn er sagt: Du Madonna du? Meine Antwort lautet: Du Dissoziateur, du Narzissist - wie kannst du dich nur so ungeniert an der lieblichsten aller abendlaendischen Frauen vergreifen, naemlich an Maria? Und er prompt: Waere ich in mich selbst verliebt, haette das wenigstens den Vorteil, nicht so viele Nebenbuhler haben zu muessen, oder?

So kommt auf einmal der nahe liegende Silvester-Rueckblick zustande: Er gibt zu, es war kein fruchtbares Jahr fuer ihn, wirklich kein glueckliches, ein ziemlich furchtbares. Er habe nur Missverstaendnisse und Kummer erlebt, in eine Liebe investiert, ueber Monate hinweg, aber vergeblich. Und davon sei er erschoepft, ausgelaugt, leer: Die Liebe ist das Abdomen des Universums, ja! Und ich gebe ihm gleich zurueck: Fuer mich ist die Liebe nur das Amen, leider!

Ich beginne, ihn mit meinen Fingerspitzen - nicht Hoernern - streicheln. Und was tut er? Er schließt die Augen und vergisst, dass wir im Café Milo sitzen, umgeben von stielaeugigen Schein-Freunden.

Sonntag, 27. Dezember 2009

Kuesse fuer die Passwortknackerin



Zu meinen Gunsten nehme ich an, dass es eine Frau war, die das Passwort geknackt hat. Nichts anderes stelle ich mir vor, wenn ich daran denke, dass jemand in mein Blog eingebrochen ist. Sagen wir so: es waere mir eine Ehre – auf eine gewisse Weise -, waere es eine Frau gewesen: weniger indiskret; weniger triumphal; weniger aggressiv. Eben ein Spiel oder Spielchen, das eine Grenze ausprobiert, die natuerlich nicht ueberschritten werden duerfte.

Oder gibt es eine andere Moeglichkeit, einen Text – jenen, den Sie da unten lesen koennen – auf einem fremden Blog zu platzieren? Unterstelle ich dabei eine gewisse Ironie, dann koennte ich – einmal abgesehen vom Fakt des Einbruchs – sogar laecheln. Allerdings - und das haette jeder Besucherin und jedem Besucher auffallen muessen: es gab kein Bild wie sonst bei allen anderen Eintraegen. (Es ist eines vorhanden, aber bleibt im Verborgenen: ein Hinweis?)

Nur positive Reaktionen, das freut mich sehr. Vielen Dank! Selbst die Hinweise auf Audrey Kitching haben mich amuesiert. Amuesiert ebenfalls, dass gewisse Studenterln die Gelegenheit genutzt haben, sich so in Szene zu setzen. Obs deshalb Gutpunkte bei Prof. Alfons van B. geben wird, sei dahingestellt!

Dass es ein Fake ist, waere für Sie theoretisch auch daran zu erkennen gewesen, dass ich ja in einem Beitrag darueber schrieb, dass ich von mir nie in der dritten Person spreche. Natuerlich - dadurch simuliert man Bedeutung; oder die Ironie – falls jene Person dazu faehig ist – ermoeglicht den Anschein von Erkenntnis, ueber sich selbst oder andere.

Ich danke derjenigen, die das inszeniert hat! Ich fuehle mich belehrt, je geehrt! Ich fuehle mich aber auch etwas verunsichert, doch eigentlich nicht auf eine ungute Weise. Das Texterl fuehrt mich ja zurueck in die schoene Pariser Zeit. Es gibt uebrigens diesen IKEA-Rucksack noch. Am Inhalt hat sich grundsaetzlich nichts geaendert.

Dass ich eine Peruecke trage, entspringt jedoch der Phantasie der Schreiberin; vielleicht hat sie da an sich selbst gedacht oder mir einen Tipp geben wollen. Und wenn Sie wissen wollen, welche Farbe ich bevorzugen wuerde: Miss Kitsch machts Ihnen vor!

Ich merke, ich will Ihre Aufmerksamkeit noch auf das Thema “Rueckenakt“ lenken. Hat vielleicht auch etwas mit dem Jahreswechsel zu tun. Ich bin immer traurig, wenn etwas vorbei ist, jetzt ein ganzes Jahr. Heisst es doch, es weist uns den Ruecken zu, es entfernt sich, entschwindet. Und wir muessen uns erinnern, und Erinnern macht traurig. Ich bin froh, wenn mir jemand gegenueber steht oder sitzt, auch wenn es nur mein Spiegelbild ist.

Oder das einer Puppe, die mich gar nicht anschaut. Es besteht aber Hoffnung, dass sie ihren Blick auf mich richten wird, wenn ich zu lachen oder schreien beginne!

Dienstag, 15. Dezember 2009

Im Bois im August



Audrii ging allein ins Gruene, in den Wald, in den Bois de Vincennes, am Ruecken ihren Ikea-Rucksack, mit der ueblichen Peruecke, hier in Gruen, passend zu ihrem Ziel.

Ueber den bois de Vincennes hatte sie schon genug gelesen, jetzt wollte sie, an einem sonnigen Sonntagnachmittag Anfang September einen Spaziergang mit ihrer Freundin ...

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